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Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals: Mangel an Fachkräften führt zu spürbaren Verzögerungen

Autor: CIS am 26.04.2016

Nord-ostsee-kanal

Ende 2014 hat die Initiative Kiel-Canal e.V. (IKC) den ersten belastbaren Zeitplan zur umfassenden Modernisierung und Ertüchtigung des Nord-Ostsee-Kanals bis 2030 vorgestellt. Jetzt erfolgte die erste Überprüfung dieses Masterplans. Das Ergebnis dieses Reviews: Der Kanal ist auf dem richtigen Weg – ein Mangel an Ingenieuren und Planern führt aber bereits jetzt zu spürbaren Verzögerungen.

Foto: Mario De Mattia

"Insgesamt hat unser Masterplan-Review zu einem eher positivem Zwischenergebnis geführt", so Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal, "insbesondere ist der Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel nach anfänglichen Bauablaufstörungen jetzt wieder in Gang. So, wie es jetzt aussieht, wird die neue Kammer termingerecht fertiggestellt werden".

Ausbau der Oststrecke um zwei Jahre verzögert

Weniger gute Nachrichten gibt es hingegen mit Blick auf die Anpassung der Oststrecke vor Kiel: Sie wird nach jetzigem Stand erst 2026 – und damit zwei Jahre später als ursprünglich geplant – fertiggestellt werden. "Der zu geringe Personalbestand der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist – in Verbindung mit der Konkurrenz zwischen verschiedene Projekte auf Bundesebene – nach unserer Einschätzung ursächlich für diese Verzögerung", so Jens B. Knudsen. Die Personaldecke der Verwaltung arbeitet mit einem hohen Anteil von Ingenieurleistungen, die gesteuert werden müssen. "Dabei kostet nicht nur das Vergabeverfahren selbst Zeit, sondern auch die Abstimmung zwischen der Verwaltung und externen Ingenieurbüros", so Knudsen. Eine Steuerung 'aus einer Hand' seitens der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wäre nach seiner Einschätzung effizienter und zeitsparender.

Zeitintensiver Ersatzneubau der "Kleinen Schleusen" in Kiel

Auch bei der Grundinstandsetzung der Schleusenanlage Kiel-Holtenau ergeben sich Änderungen. "Bei den sogenannten 'Kleinen Schleusen' ist hier nun statt einer Grundinstandsetzung ein Ersatzneubau vorgesehen", berichtet Jens B. Knudsen. Grundsätzlich begrüßt er diese Lösung: Neue, nach heutigen Anforderungen geplante Schleusenkammern seien besser als Flickschusterei. "Allerdings erfordert der Ersatzneubau ein Planfeststellungsverfahren und eine aufwendige Ausschreibung", gibt Knudsen zu bedenken. Das Planfeststellungsverfahren werde voraussichtlich 2017 beginnen, die Ausschreibung sei für Anfang 2019 geplant. Insgesamt sei mit einem Zeitbedarf von fünf Jahren für dieses Projekt zu rechnen. "Nach Fertigstellung der neuen 'Kleinen Schleusen' soll dann die Instandsetzung der beiden großen Kammern in Kiel folgen, und zwar mit einem ähnlichen Zeitbedarf wie in Brunsbüttel", so Knudsen.

WSV muss mehr Fachpersonal genehmigt bekommen

Vor dem Hintergrund ihres Masterplan-Reviews fordert die IKC eine deutliche Stärkung des Personalbestands der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. "Der jahrzehntelange Personalabbau rächt sich jetzt", so Jens B. Knudsen. Die Verwaltung benötige für die anstehenden Projekte noch mehr zusätzliche Planer und Ingenieure als gegenwärtig eingeplant. Ein zu geringer Personalkörper führe zu einer ineffizienten Steuerung der Baumaßnahmen und würde unweigerlich Bauverzögerungen zu Folge haben. „Dies muss unbedingt vermieden werden“, fordert der Vorsitzende der Initiative Kiel-Canal.

PM: Initiative Kiel-Canal e.V


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