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Uni Kiel taucht ein in die Ur- und Frühgeschichte - neue Forschungen

Forschung

Großer Erfolg für die Spitzenforschung in Schleswig-Holstein: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 1266 „TransformationsDimensionen“ in den kommenden vier Jahren mit insgesamt 12 Millionen Euro. Am Mittwoch, 25. Mai, bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft den SFB.

Zusammen Großes erreichen – wie der Bau eines Megalithgrabes im Mai 2015 war auch der erfolgreiche SFB-Antrag Gemeinschaftsarbeit. Im Zentrum der Kieler archäologischen Forschung stehen jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Gemeinschaften. Diese Arbeiten werden im SFB 1266 fortgesetzt.
Copyright: Maike Schüssler/ CAU

In dem Verbundprojekt kooperieren 30 Forscherinnen und Forscher aus acht Instituten und der Johanna-Mestorf-Akademie der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) sowie vom Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie und vom Archäologischen Landesmuseum Schloss Gottorf. Zahlreiche neue Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ausgrabungen und Laboruntersuchungen werden im Rahmen des SFB 1266 finanziert.


„Wir alle freuen uns riesig, dass sich unser Antrag als erster kulturwissenschaftlicher Antrag, der seit etwa 25 Jahren für die CAU Kiel genehmigt wurde, durchsetzen konnte“, berichtet SFB-Sprecher Professor Johannes Müller aus dem Kreis der involvierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Co-Sprecherin Professorin Wiebke Kirleis ergänzt: „Nun wollen wir möglichst schnell mit dem Forschen loslegen“. Der SFB 1266, vollständiger Titel „TransformationsDimensionen: Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“, will Übergangsprozesse von 15.000 vor bis zum Beginn unserer Zeitrechnung untersuchen. „Uns interessieren substanzielle, dauerhafte Veränderungen im Spannungsfeld vom Menschen und der Umwelt, die ihn umgibt“, erläutert Müller. Von Jägern und Sammlern bis zu frühen Staatengebilden, vom paläolithischen Camp bis zur ägäischen Polis erstreckt sich die Forschung bezüglich gesellschaftlicher Veränderungen, geografisch reicht sie vom Mittelmeer bis zur Arktis. „Die Verbindung aus kultur-, natur- und lebenswissenschaftlichen Methoden im interdisziplinären SFB war der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Kirleis.



Für CAU-Präsident Professor Lutz Kipp ist die millionenschwere Entscheidung für Kiel kein Zufall: „Ich gratuliere im Namen des gesamten Präsidiums allen am erfolgreichen Antrag Beteiligten sehr herzlich!“ Kipp sieht die DFG-Bewilligung als Beleg dafür, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Universität Kiel inzwischen zu einem bundesweit anerkannten Markenzeichnen geworden ist: „Insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften im neuen SFB zeigt, wie viel Potenzial in interdisziplinären Forschungsansätzen steckt.“ Damit, so Kipp weiter, werde auch der CAU-Forschungsschwerpunkt „Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel“ weiter gestärkt.



Schleswig-Holsteins Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung, Kristin Alheit, schließt sich den Gratulationen an: „Ich freue mich sehr für die erfolgreichen Antragstellerinnen und Antragsteller. Den neuen Sonderforschungsbereich sehe ich auch als wichtigen Meilenstein für einen möglichen, auf vergangene Mensch-Umwelt-Interaktionen abzielenden Exzellenzcluster-Antrag unter Federführung der CAU im Rahmen der neuen Exzellenzinitiative ab 2019“, erklärt Alheit.



Der SFB 1266 gliedert sich in 18 Teilprojekte. Jedes dieser Teilprojekte ist einem der vier übergreifenden Foki zugeordnet: „Theorien und Modellierung“, „Transformationen sozioökonomischer Gebilde“, „Mensch-Umwelt-Komponenten des Wandels“ und „Setting the Frame“. Dazu kommt je eine Einheit für Verwaltung und Koordination, Datenmanagement und Präsentation sowie für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Planungen umfassen Ausgrabungen und Feldarbeiten von Südskandinavien bis in die Ägäis, von Spanien bis in die Ukraine. Nach vier Jahren wird der SFB durch die DFG evaluiert und im Erfolgsfall um weitere vier, nach erneuter Evaluation möglicherweise sogar acht Jahre verlängert.


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