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Red Bull Foiling Generation lockt 20.000 Zuschauer an die Kiellinie

Autor: CIS am 29.05.2016

Red Bull

Rennspektakel in der Sailing City: Was Monaco für die Formel 1, das ist Kiel für den Segelsport. Rasante Rennen auf High-Tech-Boliden vor innerstädtischer Kulisse mit dem Publikum direkt am Geschehen – so präsentierte sich die Red Bull Foiling Generation am Wochenende. Kiel.Sailing City setzte damit die Serie von hochspannenden Segelevents der vergangenen Jahre fort und war einmal mehr mit Wind und Wetter im Bunde.

Foto: Red Bull Content Pool / Lars Jacobsen

Knapp über 20.000 Zuschauer genossen von der Tribüne aus und entlang der Kiellinie die Live-Action vor Ort, als die besten Nachwuchssegler aus ganz Deutschland auf den Katamaranen vom Typ Flying Phantom über das Wasser foilten, sich Duelle unter Hochgeschwindigkeit lieferten und das Geschehen mit wilden Gennaker-Fahrten und Kenterungen zu einem Spektakel machten. Als große Triumphatoren gingen Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann (Wind und Welle Grönwohld) aus dem dreitägigen Event hervor. Die Kieler entschieden das dramatische Finale für sich und qualifizierten sich damit für das Weltfinale der Eventserie im Oktober in den USA.

Das breite Grinsen über das Segeln mit den derzeit modernsten Serien-Katamaranen für Zweimann-Crews war den 16 Teams am vergangenen Wochenende in das Gesicht gemeißelt. Obwohl die wenigsten unter ihnen bisher auf Booten mit Foiling-Technologie unterwegs waren, lernten die 16- bis 20-Jährigen, die sich in einem bundesweiten Bewerberverfahren gegen diverse Konkurrenten durchgesetzt hatten, das Schweben über das Wasser innerhalb kurzer Trainingsphasen. Allesamt hoben während der Rennen die 5,5 Meter langen High-Tech-Rümpfe mittels der Unterwasserflügel aus dem Wasser, kamen in einen wahren Geschwindigkeitsrausch und erlebten so ihren Sport in einer neuen – in der dritten – Dimension.

Nachdem die Red Bull Foling Generation in diesem Jahr bereits in Auckland/Neuseeland und Istanbul/Türkei Station gemacht hatte, präsentierten sich die deutschen Athleten auch im internationalen Vergleich sehr gut. „Wir haben vorher erwartet, dass die deutschen Segler ein hohes Niveau zeigen würden, und das hat sich bestätigt“, sagte Roman Hagara, Doppel-Olympiasieger aus Österreich und Initiator der Eventserie. „Alle Segler, die hier an den Start gegangen sind, haben wirklich große Fähigkeiten. Und ich denke, dass es für einige unter ihnen mit dem entsprechenden Ehrgeiz auch möglich sein wird, irgendwann bei Olympia an den Start zu gehen oder in professionellen Events wie der Extreme Sailing Series oder sogar dem America's Cup einen Platz zu finden.“

Ein dickes Lob für das Event ging von Hagaras kongenialen Segel- und Organisationspartner, Hans-Peter Steinacher, an Kiel.Sailing City: „Es ist alles perfekt gerichtet hier. Die Zuschauer sind nah dran am Geschehen, wir haben in der Innenförde eine ausreichende Wassertiefe, um den Kurs eng an das Ufer zu legen, und Wind und Wetter stimmten auch. Wenn ich eine Segel-Arena entwerfen sollte, dann würde sie genauso aussehen wie hier in Kiel“, so Steinacher. In der Tat spielten Wind und Wetter den Organisatoren in die Karten. Mit dem ersten Start in das Event setzte eine nordöstliche Brise auf der Kieler Innenförde ein, die für das enge Revier perfekt ist. So war es möglich, den Zuschauern ein kompaktes Renngeschehen zu liefern, das während der drei Tage kommentiert und am Abschlusstag fachlich perfekt von den deutschen 49er-Seglern Erik Heil und Thomas Plößel sowie Bundestrainer Thomas Rein begleitet wurde.

Den Vergleich mit dem großen Preis von Monaco in der Formel 1 mag Kiel zwar in der medialen Aufmerksamkeit und Glamour scheuen, nicht aber in Sachen Action. Im Gegensatz zum Rennsport gab es vor den Augen der Zuschauer ständige Führungswechsel, dazu Kenterungen der Favoriten, Überraschungserfolge in den einzelnen Rennen und am Ende einen verdienten Erfolg von Jasper Steffens und Tom Lennart Brauckmann. Mit einer in den drei Tagen beständig ansteigenden Brise trug auch der Wettergott seinen Teil zum Gelingen bei und ließ das Event in einen packenden Finaltag gipfeln.

Der Abschlusstag begann zunächst mit der Gewinnerrunde, und da war auch schon alles drin, was der Segelsport auf diesen Sportgeräten zu bieten hat: Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich (Kieler YC) kassierten am Start eine Bestrafung, Adrien-Paul Farien/Mirco Klösel (Kieler YC) kenterten unter Gennaker im böigen Wind, und Frederick Eichhorst/Philip Loewe (Potsdamer YC/VSaW Berlin) führten lange das Feld an, hatten dann aber ein Problem beim Bergen des Gennakers und rutschten noch auf Platz drei ab. An der Spitze setzten sich somit Gwendal Lamay/Luke Willim durch, Stuhlemmer/Heinrich schafften durch den zweiten Platz noch den direkten Sprung in das Finale.

Im letzten Hoffnungslauf revanchierten sich Farien/Klösel für ihren Patzer zuvor und schafften durch den zweiten Platz noch den Einzug in das Finale. Steffens/Brauckmann als Sieger dieses Rennen tankten weiteres Selbstvertrauen für das Finale und setzten den großen Erfahrungsschatz schließlich beim großen Showdown um. Vom Start weg führten sie das Feld an, kontrollierten in jeder Phase das Feld und zeigten mit stabilen Flugeinlagen, dass sie das Sportgerät zu beherrschen gelernt haben: „Das Finale war unser bestes Rennen hier, zum Abschluss sind wir dann nahezu perfekte Halsen gefahren“, jubelte Jasper Steffens, und Tom Lennart Brauckmann ergänzte: „Am Ende kann man sagen, wir haben alles richtig gemacht. Denn die zusätzlichen Rennen in der Verliererrunde waren eine gute Lernphase.“ Jetzt freuen sich die Kieler Sieger auf das Weltfinale: „Als wir uns hier angemeldet haben, haben wir schon ein bisschen auf den Sieg gehofft und haben für die Red Bull Foiling Generation extra die 49er-Regatta in Holland sausen lassen. Aber wir wussten auch, dass es schwer werden würde“, so Steffens. „Das Weltfinale in den USA wird sicherlich spannend. Von den anderen Nationen kennen wir schon einige Teilnehmer aus unserer 29er-Zeit. Wir freuen uns, die wiederzusehen“, sagte Brauckmann.

Auf Platz zwei fuhr mit Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich das einzige Mixed-Team der Veranstaltung, während Gwendal Lamay/Luke Willim mit einem Stecker und anschließender Kenterung kurz vor dem Ziel noch den dritten Platz an Adrien-Paul Farien/Mirco Klösel abgaben.

In einer emotionalen Siegerehrung betonte Hans-Peter Steinacher: „Kiel hat sich bestens präsentiert. Wir würden gern wiederkommen.“ Diese Ankündigung nahm Kiels Stadtrat Gernot Stöcken gern auf: „Wir freuen uns, dieses tolle Event hier gehabt zu haben. Es waren schöne Tage, und gern heißen wir die Red Bull Foiling Generation bei uns wieder willkommen.“ Dem konnte sich Axel Bauerdorf von Kiel-Marketing nur anschließen: „Es war ein tolles Event. Schönen Dank an Red Bull und an das Kieler Publikum. Wir wollen das gern wiederholen.“

Ergebnisse am Sonntag:

Heat 12 (Gewinnerunde): 1. Gwendal Lamay/Luke Willim, 2. Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich, 3. Frederick Eichhorst/Philip Loewe, 4. Adrien-Paul Farien/Mirco Klösel

Heat 13 (Verliererrunde): 1. Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann, 2. Adrien-Paul Farien/Mirco Klösel, 3. Michael Martin/Andreas Martin, 4. Frederick Eichhorst/Philip Loewe

Heat 14 (Finale und Endresultat): 1. Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann, 2. Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich, 3. Adrien-Paul Farien/Mirco Klösel, 4. Gwendal Lamay/Luke Willim

Damit qualifiziert für das Weltfinale im Oktober in den USA: Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann

www.kiel-sailing-city.de


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