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Forschungsschiff POSEIDON zurück in Kiel und feiert Geburtstag

Autor: CIS am 26.08.2016

Poseidon

Das am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel beheimatete Forschungsschiff POSEIDON ist nach vielen Monaten wieder in seinen Heimathafen Kiel zurückgekehrt. Hier feierte an diesem Donnerstag seinen 40. Geburtstag. Viele dem Schiff verbundene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gratulieren der „alten Dame“ der deutschen Meeresforschung bei einem Empfang an der Pier des Kieler Seefischmarktes. Am 11. Oktober ist zudem ein Open Ship geplant, bei dem Interessierte das Schiff besichtigen und so Meeresforschung hautnah erleben können.

Foto: Wikipedia - CC - Goetz Ruhland

Egal ob vor den eisigen Küsten von Spitzbergen oder in den warmen Fluten des Mittelmeers, egal ob auf der Suche nach Tiefseevulkanen, Erdbebenherden oder Kaltwasserkorallen – das am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel beheimatete Forschungsschiff POSEIDON ist eine zuverlässige und vielseitig einsetzbare Arbeitsplattform für alle Disziplinen der Meereswissenschaften. Nach mehr als 500 Forschungseinsätzen feiert das Schiff morgen in Kiel seinen 40. Geburtstag. Die Besatzung, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland und die für die Koordination der Einsätze Verantwortlichen gratulieren der POSEIDON im Rahmen eines Empfangs an der Pier des Kieler Seefischmarktes. „Die POSEIDON ist ein echtes Arbeitspferd, das von der gesamten deutschen Meeresforschungs-Gemeinde intensiv genutzt wird. Viele Kolleginnen und Kollegen haben über die Jahre eine sehr enge Bindung an die ,alte Dame‘ aufgebaut“, sagt Dr. Klas Lackschewitz, Schiffskoordinator am GEOMAR.  

Gebaut wurde die POSEIDON von 1974 bis 1976 von der Schichau Unterweser AG in Bremerhaven für das damalige Kieler Institut für Meereskunde (heute: GEOMAR). Das Bundesministerium für Forschung und Technologie übernahm 90 Prozent der Investitionskosten, zehn Prozent trug das Land Schleswig-Holstein. Zunächst war die POSEIDON vor allem für Einsätze in Nord- und Ostsee konzipiert. Zu Beginn der 80er Jahre wurde sie dann für Forschungen im Tiefseebereich des Atlantiks umgerüstet. Dafür ist die POSEIDON mit einer Vielzahl von Kränen und Winden ausgerüstet. Zur Vermessung und Untersuchung des Meeresbodens verfügt sie über eine moderne Fächerecholotanlage. Insgesamt vier Laborräume stehen den Wissenschaftlern an Bord zur Verfügung. „Über die Jahre wurde die Ausrüstung immer wieder modernisiert und an die neuesten technischen Entwicklungen angepasst“, erklärt der Schiffskoordinator.

In der jüngeren Vergangenheit operierte das Schiff fast ausschließlich im Nordatlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Mittlerweile hat es knapp 370.000 Seemeilen (ca. 685.000 Kilometer) im Dienst der Forschung zurückgelegt. „Die POSEIDON hat gemeinsam mit der gesamten deutschen Forschungsschiffsflotte geholfen, zahlreiche neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, um die Auswirkungen der Meere auf unser Leben auf der Erde besser zu verstehen“, betont Dr. Lackschewitz.

Allerdings gehen die Jahre auch an der POSEIDON nicht spurlos vorbei. „Um zu gewährleisten, dass modernste Techniken und Geräte auf der POSEIDON eingesetzt werden können, sind immer höhere Investitionen notwendig. Deshalb waren wir sehr glücklich, als das Bundesforschungsministerium im vergangenen Jahr einen Forschungsschiff-Neubau bis 2020 zugesagt hat. Das neue Schiff soll dann die POSEIDON und die 30 Jahre alte METEOR ersetzen und wieder in Kiel beheimatet sein“, sagt GEOMAR-Direktor Professor Peter Herzig.

Schon in drei Tagen läuft die POSEIDON unter Fahrtleitung der Universität Kiel zu ihrer mittlerweile 504. Expedition aus. Sie führt in die Nordsee, wo mit dem Unterwasserroboter ROV PHOCA des GEOMAR unter anderem Methanaustritte am Meeresboden untersucht werden sollen.

Am 11. Oktober hat dann auch die Öffentlichkeit die Gelegenheit der POSEIDON einen Besuch abzustatten. Anlässlich des Geburtstages und des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“ findet in Kiel ein Open Ship statt, bei dem Interessierte das Forschungsschiff besichtigen können.

Presse Geomar


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