Die Kieler Woche 2005


Kieler Woche -
Das Segeln


Aus einer Regatta 1882 hervorgegangen, nach dem Zweiten Weltkrieg um gesellschaftspolitische, kulturelle und sommerfestliche Elemente ergänzt, ist das Segeln bis heute Ausgangs- und Mittelpunkt der Kieler Woche geblieben. Insgesamt werden
zur größten Segelsportveranstaltung der Welt auch in diesem Jahr wieder mehr als 5.000 Seglerinnen und Segler aus über 50 Nationen mit rund 2.000 Yachten, Jollen und Surfbrettern im Olympiazentrum Schilksee erwartet. Auf den neun Regattabahnen der Kieler Außenförde sind 420 Starts geplant. 15 Bootsklassen im
internationalen Teil von Sonnabend bis Dienstag, 18. bis 21. Juni, und 14 Disziplinen
im olympischen Part von Mittwoch bis Sonntag, 22. bis 26. Juni, sind in KIEL.SAILING CITY vertreten.

Trotz ihres stolzen Alters von 123 Jahren bieten die Segelwettbewerbe immer ein modernes Format. Das liegt nicht zuletzt am obersten Wettfahrtleiter Dieter Rümmeli, der zwei Jahrzehnte an der Spitze des Regattaausschusses die Geschicke
der größten Segelsportveranstaltung der Welt lenkte. Seine 20. Kieler Woche aber
wird auch seine letzte sein. Bereits zu Jahresanfang hat „Mr. Kieler Woche“ den
Vorsitz im Regattaausschuss an Jobst Richter abgegeben, der künftig zusammen
mit Thomas Ross und Sven Christensen die Wettfahrtleitung übernimmt. Zur Kieler
Woche 2005 ist Rümmeli aber noch im Boot, um vor Ort im Olympiazentrum Schilksee seine Aufgaben endgültig an das Nachfolgertrio zu übergeben.

Rümmeli geht nicht, ohne nochmals einige Zeichen zu setzen. Gemeinsam mit den
Veranstaltervereinen Kieler Yacht-Club (KYC), Norddeutscher Regatta-Verein
(NRV), Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) und Hamburger Segel-Club
(HSC) wurden Veränderungen bei den Bootsklassen beschlossen. Um ein modernes,
internationales Niveau zu halten, wurden die Nachwuchs-Klasse 29er vorerst
für dieses Jahr und die aufstrebende Kielbootklasse Bénéteau 25 in den internationalen
Teil der Kieler-Woche-Regatten aufgenommen. Dafür musste der Kielzugvogel
weichen. Außerdem trennte man sich nach einem Jahr von den Kite-Surfern,
die ihre akrobatischen Kunststücke mittlerweile um Preisgelder vorführen. Solche
Prämien soll es bei der Kieler Woche aber auch in Zukunft nicht geben. Um den 15
Klassen optimale Bedingungen bieten zu können, werden erstmals im internationalen
Teil alle acht Dreiecks-Bahnen vor Schilksee aktiviert. Mit einer Ausnahme
gehen dann maximal nur noch zwei Klassen pro Bahn an den Start.
Nach den Beschlüssen der International Sailing Federation (ISAF) über neue Klassen
für Olympia gibt es natürlich auch im olympischen Teil der Kieler Woche von
Mittwoch bis Sonntag, 22. bis 26. Juni, Veränderungen. So werden selbstverständlich
die neue Damenklasse Laser radial und das neue Surfbrett Neil Pryde RS:X
für Damen und Herren in den olympischen Part aufgenommen. Da das neue Brett
für die Olympischen Segelwettbewerbe 2008 im chinesischen Qingdao derzeit
noch kaum erhältlich ist, haben sich die Veranstalter entschlossen, bei der Kieler Woche 2005 Surferinnen und Surfer der – olympisch ausgemusterten – Klasse
Mistral One Design ausnahmsweise an den Start gehen zu lassen. Damit sind 14
Disziplinen inklusive der Paralympic-Klasse 2.4mR für Segler mit Behinderung im
olympischen Kieler-Woche-Part vertreten. Olympiasieger und Weltmeister geben
sich in KIEL.SAILING CITY ein Stelldichein. Ein Jahr nach Olympia in Athen suchen
die weltbesten Seglerinnen und Segler den internationalen Vergleich zu Beginn
ihrer neuen Olympiakampagne für 2008 in Qingdao.

Neue Wege werden auch bei den Wettbewerben der Hochseeyachten beschritten,
die traditionell mit dem Start auf der Innenförde zur „Aalregatta“ ins benachbarte
Eckernförde am Sonnabend, 18. Juni, um 9 Uhr die Kieler-Woche-Regatten eröffnen.
Nach der Rückregatta am Sonntag, 19. Juni, wird es dann auf der Seebahn
Alpha ernst. Bei den Kurzwettfahrten um den Kiel-Cup von Montag bis Mittwoch,
20. bis 22. Juni, der Mittelstrecke um den Senatspreis der Freien und Hansestadt
Hamburg am Donnerstag, 23. Juni, und der Langstrecke Fehmarn-Regatta von
Freitag bis Sonnabend, 24. bis 25. Juni, geht es nämlich erstmals für die Seesegler
in den vier IMS-Klassen um den Titel „Kieler-Woche-Sieger“. Sie werden am
Sonnabend, 25. Juni, bei einer großen Seebahn-Siegerehrung gekürt und mit Medaillen
dekoriert. Für Crews, die mit ihren Yachten am 3. Juli an der Großveranstaltung
Gotland-Runt-Regatta teilnehmen wollen, wird am Sonntagnachmittag, 26.
Juni, als Segelabschluss der Kieler Woche eine Zubringerwettfahrt über rund 480
Seemeilen nach Sandhamn in Schweden gestartet.

Die Kieler Woche bietet Segelsport der Spitzenklasse. Auf Traditionsseglern, Fördedampfern oder großen Fähren begleiten täglich Tausende die Wettfahrten, begeistern
sich in gebührendem Abstand an den imponierenden Bildern auf der Kieler
Förde. Mittendrin sein aber können Segelfans mit dem offiziellen „Kieler-Woche-Schiff“. Es ist mit Sonderrechten ausgestattet und fährt täglich zu einer der Regattabahnen. Näher am Geschehen geht nicht. Mit kompetenter Kommentierung durch den Kieler Segelsportjournalisten Jochen Halbe, der ständig Funkkontakt zur Wettfahrtleitung hat, sind die Gäste an Bord hautnah bei Start, Wendetonnen und Ziel dabei. Natürlich werden auch die Ergebnisse der Wettfahrt direkt an
Bord übermittelt. Buchen können
Segelbegeisterte Plätze auf dem Kieler-Woche-
Schiff über die Tourist Information Kiel, Telefon 01805 - 65 67 00.


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Das Beste in Kiel


Die Segel-Wettbewerbe


An den neun Regattatagen herrscht im Olympiazentrum Schilksee eine besondere
Atmosphäre. Ein Besuch dort lohnt sich insbesondere, wenn am Vormittag die
Seglerinnen und Segler ihre Boote klar machen und das „große Gewusel“ beginnt oder wenn am Nachmittag die Crews vom Segeltag zurückkehren. Am Dienstag, 21. Juni, sollte man allerdings bis zum späten Abend bleiben. Zum „Schichtwechsel“ von den internationalen zu den olympischen Klassen wird das „mobilcom-Seglerfeuerwerk“ den Nachthimmel über Schilksee erhellen.

KIEL.SAILING CITY bietet an den neun Festtagen die ganze Bandbreite des Segelns
– von sportlich-akrobatisch über elegant-klassisch bis zu gemütlichtraditionell.
Auf der Innenförde vor dem Hindenburgufer geht es bei den 116. Marinekutterregatten
mit rund 900 Aktiven auch um Punkte und Pokale. Unter anderem werden dabei die offenen Landesjugendmeisterschaften ausgetragen. Die Kutter erfreuen sich nämlich in den Jugendabteilungen der Segelvereine und an einigen Schulen großer Beliebtheit.

Während am Auftakt-Sonnabend, 18. Juni, die modernen Regattayachten nach dem Start zur „Aalregatta“ um 9 Uhr vor dem Sportboothafen Düsternbrook auf dem Weg nach Eckernförde sind, treffen sich beim alten Olympiahafen elegante Segelschiffe unterschiedlichster Größe zum „Rendezvous der Klassiker“. Über 120 Jollen und Yachten, mindestens 30 Jahre alt, werden dazu erwartet. Als besondere
Bootsklasse wurden die H-Jollen eingeladen, die in diesem Jahr den 80. Klassengeburtstag
feiern. Nach einer Wettfahrt um den Classic-Kiel-Cup, einem echten Kieler-Woche-Pokal aus dem Jahr 1909, versammeln sich die Klassiker im Hafen und stellen sich den kritischen Blicken der nichtsegelnden „Sehleute“.

Aus „Sehleuten“ Seeleute zu machen, ist das Ziel des Camp 24|sieben. Das von den Stadtwerken Kiel als Hauptsponsor präsentierte und vom Team KIEL.SAILING
CITY der Landeshauptstadt organisierte einzigartige Segelprojekt, in dem insbesondere
Kieler Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen mit dem Segeln machen,
hatt während der Kieler Woche ein für alle offenes Sonderprogramm.

Schnuppertörns auf Jollen, Kuttern und Traditionsseglern für alle werden angeboten.
Am Vormittag geht es dabei unter anderem mit Kuttern zur Kutterregatta auf der Innenförde. Dafür ist eine Voranmeldung übers Internet unter www.camp-24sieben.de nötig. Nachmittags ist „Open Camp“. Dann kann man spontan direkt im Camp 24|sieben an der Kiellinie nahe der Reventloubrücke für einen einstündigen Segeltörn anheuern.

Ein Fest für „Sehleute“ und Seeleute gibt es am zweiten Kieler-Woche-Sonnabend,
25. Juni, wenn gut 100 Gaffel- und Topsegelschoner, Barkentinen, Brigantinen,
Briggs, Barken und Vollschiffe aus vielen Nationen ihre Liegeplätze verlassen.
Hinter dem spanischen Segelschulschiff „Juan Sebastián de Elcano“ formieren sie
sich auf der Innenförde zur großen Windjammerparade. Sie beginnt um 11 Uhr.
Wenn der Wind mitspielt, setzen die Groß- und Traditionssegler alle Segel. In Paradeformation
segeln sie gemeinsam fördeauswärts durch die Friedrichsorter Enge und am Laboer Ehrenmal vorbei. Danach löst sich die Parade auf, die Schiffe gehen auf individuelle Kurse. Begleitet werden die Majestäten der Weltmeere bei
diesem Sommerfest auf See von unzähligen kleinen Yachten und Booten. Zigtausende
säumen die Ufer, um dieses beeindruckende Schauspiel auf der Kieler Förde
mitzuerleben.

Mit dem Shuttle-Dienst zwischen den Parkplätzen und dem Olympiazentrum
Schilksee sorgt BMW für Mobilität der Gäste. Als Partner und Presenter der Kieler
Woche holt der internationale Automobilkonzern den Segelsport wieder mitten in die Innenstadt. Den ganzen Tag über dreht sich auf dem und am BMW Bootshafen
– fast – alles ums Segeln. Für Jung und Alt, für Wassersportbegeisterte und Landratten
gibt es ein abwechslungsreiches Programm. Zum Schnuppersegeln werden
die Jüngsten eingeladen. Gewinnspiele, viele Attraktionen und Informationen rund
um das Thema BMW Yachtsport locken. Höhepunkt der mehrfach am Tag angebotenen
Informationstour „Faszination America’s Cup“ durch den BMW Bootshafen ist die Besichtigung des Trainingsbootes USA-61 des BMW ORACLE Racing Teams. Armkraft an den Kurbeln ist beim Grinding-Wettbewerb gefragt, eine ruhige Hand am Ruder beim Match-Race-Simulator, die richtige Antwort beim BMWAutohaus- Hansa-Segelquiz. Am frühen Abend werden die Match-Race-Sieger
gekürt und am Sonntag, 26. Juni, abends die Gewinner des Segelquiz gezogen.
Moderiert vom NDR-Segelexperten Peter Carstens werden allabendlich auf der
Großbildleinwand bei den täglichen BMW Regatta News die Höhepunkte des Tages
von den Regattabahnern vor Schilksee gezeigt und Interviews mit Kieler-Woche-Aktiven geführt. Dazu kommen aktuelle Bilder, Berichte und Hintergrundinformationen über die Vorbereitungen auf die Wettfahrten um den America’s Cup 2007 des BMW ORACLE Racing Teams und anderer Syndikate. Mit der „Night of the Champions” wird am Sonnabend, 25. Juni, zu einer Gala der Olympiasieger
und anderer Segelgrößen an den BMW Bootshafen eingeladen. Einen Bogen
schlägt der Automobilkonzern natürlich auch zu seinen Produkten und dem Engagement
im Motorsport. Unter dem Motto „BMW Clean Energy“ stellen die Bayern ihr mit Wasserstoff betriebenes Zukunftsmodell H2R vor. Im BMW.Williams F1 Truck und am Rennsimulator lässt sich der Reiz der Formel 1 hautnah erleben. Am Eröffnungswochenende der Kieler Woche werden zudem die Qualifyings und das Rennen um den Großen Preis der USA aus Indianapolis live auf der Großbildwand gezeigt. Dort sind sonst allabendlich preisgekrönte Filme vom BMW Kurzfilmwettbewerb des deutschen Filmnachwuchses sowie BMW Filme bekannter Hollywoodgrößen zu sehen.


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