Die Kiel Baltic Hurricanes haben ihr Auswärtsspiel beim GFL-Absteiger Hannover Musketeers denkbar kanpp mit 10:9 gewonnen. Um diesen Erfolg mußten die zahlreich angereisten Kieler Fans bis zum Schlußpfiff bangen.
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Die Baltic Hurricanes
kamen zuerst in Ballbesitz, mußten diesen jedoch bereits nach drei Versuchen
wieder abgeben. Der Snap zum Punt geriet jedoch viel zu hoch für Punter
Timo Gross. Der Ball trudelte über die Endzone hinaus, was die ersten
zwei Punkte für Hannover zur Folge hatte. Den nach einem Safety fälligen
Free Kick führte Kiels Kicker Matthias Eck aus. Jedoch auch in der
zweiten Szene des Tages versagte das Kieler Special Team. Die Musketeers konnten
den Free Kick über 75 yards zurücktragen und nach kaum fünf
gespielten Minuten stand es 9:0 für die Hausherren, die zu diesem Zeitpunkt
noch nicht einmal ihre Offense auf den Platz gebracht hatten.
In den folgenden Minuten bemühte sich das Kieler
Team dann, ein wenig Ruhe ins Spiel zu bringen und selbst zu Punkten zu kommen.
Während sich jedoch die Defense das Lob ihres Head Coaches verdiente,
enttäuschte die Offense auf ganzer Linie. "Die Defense hat heute
wieder gezeigt, dass sie das Maß aller Dinge in der zweiten
Bundesliga Nord ist", so André Schleemann kurz nach Spielschluss,
"die Offense muss sich jedoch als Gesamtes fragen lassen, wohin der Weg
gehen soll. Anspruch und Wirklichkeit liegen bei zu vielen Spielern weit
auseinander." Zu gefallen wußte, mit Abstrichen, lediglich Running
Back Max Dufault. "Er hat aus seinen wenigen Möglichkeiten noch
das Beste gemacht", so Schleemann.
Den Ärger des Head Coaches zog sich vor allem die Offense Line zu, deren Leistung Schleemann als "nicht Zweitliga-tauglich" beschrieb. "Es geht hier um das Team und nicht um individuelle Befindlichkeiten, dass sollte jetzt langsam jeder Spieler begriffen haben."
Noch im ersten Quarter vergaben die Canes ein Field Goal
durch Kicker Matthias Eck. Die ersten Punkte brachte schließlich im
zweiten Quarter Ian Richardson auf die Tafel. Mit einem Touchdown-Lauf über
einen Yard
erzielte der Kieler Quarterback die ersten Kieler Punkte. Matthias Eck traf
den Extrapunkt.
Trotz engagierter Ansprache der Coaches in der Halbzeitpause
wurde das Spiel in der zweiten Halbzeit nicht viel besser. Während die
Kieler Defense weiterhin die Offense der Musketeers in allen Belangen dominierte,
kam in der Offense kein Spielfluss auf. Erst im vierten Quarter gelangen Matthias
Eck mit einem Field Goal die entscheidenen Punkte zum Sieg. Bange Minuten
erlebten die Kieler Fans und das Team dann in den letzten
zwei Spielminuten, als die Muskeeters nach einem Fumble von Quarterback Ian
Richardson an der Kieler 20 yard Line in Ballbesitz kamen. Ein anschließender
Touchdown wurde wegen eines Fouls der Hannoveraner Offense glücklicher
Weise zurückgepfiffen und die Kieler Defense konnte danach jeglichen
Raumgewinn der
Musketeers unterbinden.
Das knappe Ergebnis zerrte sichtlich an den Nerven aller Beteiligter. Beide Head Coaches monierten in der anschließenden Pressekonferenz die mangelhafte Leistung der Schiedsrichter-Crew, die unter anderem einen Interception-Return Touchdown vom Kieler Safety Reid Smith zunichte machten.
Das nächste Spiel der Baltic Hurricanes steht in zwei Wochen in Berlin an. Die Canes treffen am 2. Juli auf den Tabellenführer Berlin Rebels.